Rechenschaft vom Glauben III

Eine biblisch-theologische Abhandlung

Die Vollendung der Gottesherrschaft




1. Die Zukunft des gekommenen Christus

Jesus Christus, der gekreuzigte und von den Toten auferstandene und zur Rechten Gottes erhöhte Herr seiner Gemeinde und seiner Welt, wird an dem Tag, den allein Gott bestimmt, in Herrlichkeit als der Vollender des Reiches Gottes und als der Richter aller Menschen erscheinen. Der wiederkommende Christus ist die Zukunft unserer Welt und zugleich die unüberschreitbare Grenze ihres menschenmöglichen Fortschritts wie auch das Ende der Geschichte menschlichen Scheiterns.

Die Erscheinung Jesu Christi in Herrlichkeit wird den Glauben und den Unglauben der Menschen in Schauen verwandeln. Derselbe Herr, der schon heute über Gemeinde und Welt herrscht, wird seine verborgene Herrschaft vor allen Menschen sichtbar machen. Die Wiederkunft Christi wird der Zeit der Verkündigung des Evangeliums ein Ende setzen. Der letzte Tag unserer Weltzeit wird zugleich der erste Tag der neuen Schöpfung Gottes sein.

Angesichts dieser Hoffnung bekennen wir als christliche Gemeinde um so gewisser, dass uns schon jetzt das ewige Leben zugesagt ist, und dass derselbe Geist, der heute neues Leben schafft, unseren sterblichen Leib verwandeln wird. Wir bekennen, dass keine Todesmacht uns von der Liebe Gottes zu trennen vermag, und dass der Sterbende in die bergenden Hände des Gottes fällt, der unsern Herrn Jesus Christus auferweckt hat.

Die Wiederkunft Jesu Christi wird den Sturz aller widergöttlichen Gewalten herbeiführen und die heute noch glaubende und wartende, leidende und versagende christliche Gemeinde aus aller Anfechtung und Versuchung in die Vollendung der Gottesherrschaft führen. Die Vernichtung des Bösen und des Todes wird das Ziel Gottes mit seiner gefallenen Schöpfung vor aller Augen enthüllen: die endgültige Erlösung des Volkes Gottes und die Heimholung der Schöpfung in den Frieden Gottes.

Angesichts dieser Hoffnung bekennt die christliche Gemeinde ihren Herrn als die Zukunft der Welt. In der Kraft dieser Hoffnung wirkt sie hin auf die Erneuerung der Menschen durch die Gnade Gottes, die im Evangelium verkündigt wird, und durch den Glauben, der in der Liebe tätig ist.

2. Das Gericht des kommenden Christus

Mit dem Erscheinen Jesu Christi erwarten wir die Auferstehung der Toten als den endgültigen Erweis der Schöpfer- und Erlösermacht Gottes. Die Auferstehung der Toten bedeutet aber auch, dass wir vor das Angesicht unseres Richters gestellt werden, ,,damit jeder seinen Lohn empfängt für das, was er bei Lebzeiten getan hat, es sei gut oder böseì (2. Kor. 5, 10).

Als der Richter bekräftigt Christus das Evangelium. Er deckt auf, ob die Werke der Menschen aus Gott oder aus eigener Kraft getan wurden. Der Glaube, der auf das Evangelium geantwortet hat, wird von Christus anerkannt. Was jetzt in der Vollmacht des auferstandenen Christus und des Heiligen Geistes geschieht, aller Zuspruch der Vergebung wie auch alles Binden und Behalten der Sünden, wird dann von Christus als dem Richter öffentlich bestätigt werden. Alle selbstgeschaffene Gerechtigkeit und alle eigenmächtige Trennung des Menschen von Gott werden im Gericht an den Tag kommen, aus der neuen Schöpfung ausschließen und in die Geschiedenheit von Gott enden. Gott achtet die Freiheit seines Geschöpfes, indem er den Unglauben bei seiner selbstgewählten Wirklichkeit behaftet. Wer Gottes Liebe verwirft, den wird Gott verwerfen. Wir preisen die Liebe des in seiner Gnade und Barmherzigkeit freien Gottes, dessen Wille nicht der Tod, sondern die Bekehrung des Sünders ist, dessen Ziel die Erlösung und nicht die Verwerfung des Menschen ist, dessen Absicht nicht das Unheil, sondern das Heil der Welt ist.

3. Gottes neue Welt

Gottes Ziel mit Welt und Menschheit ist ewiges Leben in einer neuen Schöpfung. Gottes Wille richtet sich auf den neuen Menschen, der endgültig zu seiner Bestimmung gelangen wird, aus Gott und für Gott zu leben, und auf das neue Volk Gottes, das endgültig zum wahren Gottesdienst befreit werden wird. Gott will in Ewigkeit ihr Gott sein, und sie sollen in Ewigkeit sein Volk sein.

So gewiss der christlichen Gemeinde diese Zukunft verheißen ist, so wenig ist sie imstande, die Vision des neuen Himmels und der neuen Erde angemessen zu erfassen und zur Sprache zu bringen. Sie nimmt die biblischen Gleichnisse und Bilder von der paradiesischen Erde, von der himmlischen Stadt, von des Vaters Haus und vom neuen Abendmahl als Zeichen und Unterpfad der verheißenen Herrlichkeit in der Gottes Herrschaft zur Vollendung kommen wird. Gottes neue Schöpfung wird die Welt auferstandener, verwandelter und verklärter Leiblichkeit sein. In ihr werden Tod und Tränen, Hunger und Leid, Ungerechtigkeit und Sünde, Einsamkeit und Gottverlassenheit nicht mehr sein, sondern in Ewigkeit Freude und Friede, Gerechtigkeit und Glückseligkeit, Anbetung und Schauen Gottes. In der neuen Welt Gottes wird die Kreatur Glück und Erfüllung finden. Die vollkommene Erlösung der Kreatur wird zugleich der endgültige Sieg der Ehre und Herrlichkeit Gottes sein.



Diese ,,Rechenschaft vom Glaubenì wurde als gemeinsames deutschsprachiges Glaubensbekenntnis in den Jahren 1974-1977 von einer internationalen Kommission erarbeitet, der Mitglieder aus dem Bund der Baptistengemeinden in Österreich, dem Bund der Baptistengemeinden in der Schweiz, dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR und dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland angehörten.

Die ,,Rechenschaft vom Glaubenì wurde vom Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland am 21.5.1977 in Nürnberg und vom Bundesrat des Bundes Evangelisch≠Freikirchlicher Gemeinden in der DDR am 3.6.1978 in Berlin-Weißensee entgegengenommen und den Gemeinden zum Gebrauch empfohlen.

Die in der vorliegenden Ausgabe enthaltene Fassung des Artikels 2 1 3 (,,Glaube und Taufeì) wurde vom Bundesrat des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland am 26.5.1995 in Bochum anstelle der in den Ausgaben von 1977 bzw. 1978 nicht einheitlichen Fassungen dieses Artikels entgegengenommen und ,,als Bestandteil der ,Rechenschaft vom Glaubení den Gemeinden zum Gebrauch empfohlen, bis weiterreichende gemeinsame Erkenntnisse gewonnen sind.ì
Aktuelle Termine

Sonntag
10.00 Uhr Gottesdienst und Kindergottesdienst

Montag
12.30 Uhr Gesegnete Mahlzeit (miteinander kochen und essen)

Mittwoch

15.30 Uhr Kirchenkids (ab 6 J., 14-tägig)

15.30 Uhr Seniorenbibelstunde (monatlich)

19.30 Uhr Bibelgesprächskreis


Donnerstag
19.30 Uhr Gebetsstunde
20.30 Uhr Komm-Stunde (mit Dr. J. Rodenhausen)

Hauskreise auf Anfrage 04361-4315 Pastor Matthias Lange